tobel

320 x 215 cm
Öl auf Leinwand
2013

Enstanden in Z(ORTEN)

tobel

tobel

320 x 315 cm

Der Tobel

Der Tobel

60 x 50 cm

verkauft

tobel, Studie III

tobel, Studie III

74 x 101 cm

verkauft

Im Juli 2013 verbrachte ich rund 5 Wochen im Dorf Zorten in der Gemeinde Vaz/ Obervaz, mein Aufenthalt war Teil des Kunstprojektes Z(ORTEN). Mit kleineren Formaten fertigte ich zuerst vor Ort, unten im Tobel, Studien und Versuche an. Aus mitgebrachten Leinen und vorhandenem Holz entstand währenddessen im Stall eine grosse Leinwand.

Das Tobel unterhalb von Zorten

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Es ist eine urzeitlich anmutende Wildheit die denjenigen erwartet, der sich den gewundenen Weg vom Dorf Zorten zum Tobelbach hinunter begibt.

Der Bach liegt in der Mitte des steilen Tobels, sein Rauschen und Gurgeln trägt er jedoch über die Schlucht hinaus. Auf den Wiesen oberhalb des Tobels dringt es einem immer wieder ins Ohr. Man meint sich daran zu gewöhnen, vergisst bisweilen das ferne Tosen, um sich dann plötzlich doch wieder lauschend zu finden.

Auf dem Weg nach unten schwellen die Geräusche des Baches nach und nach an, durch das dichte Busch- und Baumwerk erreicht den Besucher immer wieder ein Augenschein des tieferliegenden Baches. Bereits unterwegs kündigt sich die Machart des Tobels an. Man passiert umgestürzte Baumstämme, lose im Unterholz verschränkte Äste, allenthalben ist ein leichtes Sickern und Tröpfeln der rinnenden Feuchtigkeit an den Kalksteinen zu hören. Aus diesen bröckelnden Felswänden lösen sich mit Zeit kleinere und grössere Brocken, sichtbar bleiben ihre scharfkantigen Bruchstellen und die Schneisen, welche die Steine wie Narben durch den Wald geschlagen haben.

Je näher man über den steilen Abstieg ans Flussbett gelangt, desto dichter wird die Pflanzenwelt. Junge Bäume, kleine Tannen, Pilzkulturen und verfaultes Aasholz vermengen sich zwischen den dicken Stämmen zu einer brütenden Flora. Mächtige Kerbeln ragen aus den Gräsern und zwischen dem angespühlten Kies und Sand kriecht bisweilen allerlei Getier durch die schlickige Erde.

Im Tobel angekommen schlängelt sich nun der Bach durch das vielfältige Durcheinander. Er umspült die unzähligen Steine in unterschiedlichem Stand tosend und wild, dann wieder sanft und gemächlich. Als geschwollener Bach vermag er Steine zu verschieben, seinen Lauf neu zu finden und umzuschichten, was ihm im Weg liegt. Das Gurgeln und Geifern des Wassers vermischt sich dann mit aufklingendem Gepolter der verdrückten und verschobenen Steine und Äste, das haltlos gewordene Uferwerk lässt sich mittreiben und schwemmt weiter unten auf neuen Grund.

Die beschriebenen Umwälzungen passieren langsam, die Erosion kitzelt geduldig am Erdwerk, bleibt aber jederzeit sichtbar in der provisorischen Schichtung eines angetroffenen Momentes. Es ist das eigenartige Gesicht eines Ortes, der sich selber überlassen bleibt.

November 2013

 

Ausstellungen

KONSTRUKTIONEN, Bern, November 2013
Z(ORTEN) Finissage, Zorten GR, Oktober 2013

Fotos

Titelbild: Toni Parpan
Der Tobel: David Roethlisberger